Was ein literarisches Drehbuch ist – und was es nicht ist

(Essay vom 23.3.2011)

Der Versuch Jürgen Kühnels*, das Filmdrehbuch neben dem Opernlibretto und dem Hörspiel als literarische Innovation freizustellen, überzeugt uns nicht. Beide sind Varianten der uralten literarischen Gattung Drama. Auch wenn ein Libretto ohne Musik und Sängerstimmen einen Sinn ergibt, bleibt es eine Opernvorlage, die der Inszenierung bedarf, um als Kunstwerk rezipiert zu werden. Ein gedrucktes Hörspiel mit pointierten Dialogen füllt seine Gattung dennoch erst als Klangereignis aus. Das gilt prinzipiell auch für das Schauspiel. Zwei Buchdeckel verleihen ihm das Äußere eines eigenständigen literarischen Werkes, aber es Was ein literarisches Drehbuch ist – und was es nicht ist weiterlesen